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Why pick only one interpretation of a picture if there are hundreds of possibilities? This site shows and exploits the arbitrariness of daily news.

Try it yourself: http://www.merz-akademie.de/users/fabian.hammans/das_bild_spricht.html



Das Bild Spricht Für Sich

[Was] Meine Arbeit nimmt die fragwürdige Leserreporter-Aktion der Bildzeitung zum Anlass, sich mit spielerisch grundsätzlichen Fragen zu medial vermittelter Realität auseinanderzusetzen.
[Womit] Grundlage ist ein Foto, das es im Rahmen der Bild-Aktion in die Printausgabe der Zeitung schaffte. Es soll einen Obdachlosen in einem Altpapiercontainer zeigen. Der »Leserreporter«, der das Foto einreichte, bekam dafür 500 Euro. Zudem verwende ich als Material Kommentare von Besuchern der Bild-Website, die sich zu dem Bild äußerten. Die »Pop Ups« sind Zitate von Theoretikern wie Niklas Luhmann oder Jean Baudrillard, zur Problematik medien- und insbesondere bildvermittelter Realität.
[Wie] Zentrales Element des interaktiven Projekts ist die modulare Headline, deren animierte Satzelemente durch Drüberfahren mit der Maus zufällig verändert werden. Jede zufällige Headline ist eine konstruierte Spekulation dazu, wie das Leserreporter-Bild entstanden sein könnte. Darunter erscheinen die echten Kommentare der Besucher, die Namen und Berufe der Personen sind jedoch frei erfunden. Dazu poppen zufällig Kommentare der Theoretiker als zusätzliche reflektive Ebene auch. Über das Menü kann der Betrachter mehr über das Projekt erfahren: Er gelangt zu einem beschreibenden Text, dem Originalbild und dem Impressum.
[Wozu] Im Kern soll die Arbeit verdeutlichen, dass das Problem medienvermittelter Realität ist, dass wir nicht sicher sein können, ob das, was wir da vermittelt bekommen, auch wirklich real ist. Noch zweifelhafter wird es, wenn Laien über Belohnungsanreize zu sensationslustigen Reportern gemacht werden. Und doch wird z.B. ein Bild in der Form real, dass es in einer medialen Öffentlichkeit Reaktionen hervorruft. Meine Arbeit greift den Gedanken auf, und setzt voraus, dass das Leserreporter-Bild erst einmal nur für sich selbst spricht und man dem drumherum präsentierten Kontext nicht glauben kann. Es ist da. Mehr weiß man aber auch nicht. So entstehen spielerisch konstruierte Geschichten, was denn die Realität dahinter sein könnte.
--Fabian